Die Geschichte des Lottos: 1500 bis 1950

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Viele Menschen träumen vom finanziellen Glück und der damit verbundenen Unabhängigkeit und der Erfüllung ihrer Träume. Manche Menschen mögen zudem den Nervenkitzel, den ein Glücksspiel mit sich bringt. Lotterien bieten den Menschen beides – Spannung und mit etwas Glück viel Geld.

Diese Faszination erklärt vielleicht, warum die Geschichte des Lottos schon vor vielen hundert Jahren, nämlich im 16. Jahrhundert, beginnt. Zu dieser Zeit wurden in Genua die Mitglieder des Stadtrates per Los gezogen. Dabei wurden 90 Namen auf Zettel geschrieben und 5 Namen gezogen. Schon bald begannen die Genuesen, auf den Ausgang dieser Ziehung zu wetten. Dies Lotterie hatte also ein „5 aus 90“ Spielformat.

Definiert wurde der Begriff Lotto übrigens vom deutschen Philosophen Samuel von Pufendorf Ende des 17. Jahrhunderts als Möglichkeit der Gewinnerzielung, wobei aus einem Gefäß gegen Geld einer oder mehrere Zettel gezogen werden und man das bekommt, was auf dem Zettel steht.

In Deutschland wurde die erste Staatslotterie 1614 in Hamburg gegründet. Mit dem erzielten Gewinn sollte ein „Werck- und Zuchthaus“ für Gauner, Bettler und andere ungewollte Mitglieder der Gesellschaft gebaut werden. Die Lotterie war ein großer Erfolg und es wurden daraufhin weitere Lotterien gestartet. Darstellungen zeigen, wie die Ziehungen dieser Lotterien in der Öffentlichkeit, im Fall von Hamburg vor Senatoren, abgehalten worden. Gezogen wurden die Lose dabei unter anderem von Waisenkindern.

Da die Lotterien generell beliebt und ein großer finanzieller Erfolg für den Veranstalter waren, nutzen die Herrscher sie, um ihre leeren Kassen aufzufüllen oder allgemein zusätzliche Einnahmen zu erzielen.

Dass durch die Lotterien auch die Verteidigungskassen ihrer Gegner aufgefüllt wurden, missfiel übrigens der Österreichischen Kaiserin Maria Theresia. Sie verbot daher Mitte des 18. Jahrhunderts die Teilnahme an ausländischen Lotterien und führte eine eigene Lotterie ein.

Auch in anderen europäischen Ländern wurde zu dieser Zeit Lotto gespielt, etwa in Italien, England, Frankreich und den Niederlanden.  In England wurden mit den eingenommenen Geldern zum Beispiel öffentliche Bauunternehmen realisiert. Immer mehr entwickelte sich dabei die Tendenz, dass die Lotterien vom Staat oder dem Herrscher organisiert wurden und auch heute noch sind Lotterien oft rein in staatlicher Hand.

Doch das Lottospiel hatte damals nicht nur Befürworter. Es wurden auch Stimmen laut, die darin etwas Unmoralisches sahen. Für die Kritiker sollte Geld ehrlich erarbeitet werden und nicht auf ihrer Meinung nach moralische fragwürdige Weise gewonnen werden. Zu diesen Kritikern gehörten auch Angehörige der Herrscherhäuser. So verbot Herzog Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig 1786 das Lottospiel. Andere Herrscher folgten diesem Beispiel.

Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten sich dann in Deutschland mehrere Landeslotterien, die schließlich zu einigen wenigen Anbietern zusammengefasst wurden. Am Ende des Kaiserreiches gab es sieben Landeslotterien.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Lotterien dem Reichsminister des Inneren unterstellt und es entstand die „Deutsche Reichslotterie“.

Nach Ende des Krieges entwickelten sich wieder Länderlotterien, wobei 1945 in Berlin die erste Stadtlotterie ins Leben gerufen wurde. Sie sollte Geld für den Wiederaufbau des vom Krieg gezeichneten Landes einbringen. Im gleichen Jahr entstand in der sowjetischen Besatzungszone die sächsische Landeslotterie. Zehn Jahre später sollte es dann einen Meilenstein in der Geschichte des modernen Lottos in Deutschland geben.